1. FC Heiningen


SV Ebersbach - 1. FC Heiningen


SV Ebersbach/Fils – 1. FC Heiningen 4:4(1:1)


In einem atemberaubenden Derby trennten sich der SV Ebersbach und der 1. FC Heiningen leistungsgerecht 4:4-Unentschieden. Drei direkt verwandelte Kern-Freistöße reichten dem FCH nicht zum Sieg.

ebersbach fchBei herrlichem Sonnenschein pfiff Schiedsrichter Özgür Tan das Filstalderby pünktlich um 19.00 Uhr an. Die Partie begann munter. Die erste Einschussmöglichkeit hatte der SVE in Person von EX-FCH-Akteur Caglar Celiktas bereits nach sieben gespielten Minuten. Celiktas zog von der Strafraumkante ab, doch sein Abschluss ging über den Heininger Kasten. Keine Zeigerumdrehung später köpfte Jannik Froschauer eine Abramowitz-Hereingabe freistehend vor dem Tor über die Querlatte und erneut nur drei Minuten später scheiterte Abramowitz nach schöner Kombination über die rechte Außenbahn ebenfalls freistehend an der Zielgenauigkeit. Die auf Grund der Gelb-Rot-Sperre von Tobias Rössler und der Verletzung von Michael Neumann neu zusammengewürfelte Heininger Defensive hatte somit alle Hände voll zu tun. Erst in der 15. Spielminute konnte der FCH für Entlastung sorgen. Nach einem langen Ball in die Spitze wechselte Valentin Schlecht geschickt die Seite und schickte Nelson Correa auf die Reise, doch während Correas Abschluss rauschte plötzlich Lars Grünenwald an und klärte in höchster Not über die Torauslinie. Kurz darauf fand eine Estévez-Hereingabe im Zentrum keinen Abnehmer, doch das Spielgerät ging bis auf die andere Seite zu Kevin Gromer, dessen Flanke Thomas Scheuring im zweiten Anlauf zum Eckball klären konnte. Nun folgten Heininger Chancen im Minutentakt. Schlecht und Correa erkämpften sich einen riskanten Rückpass, doch Davor Kraljevic war auf der Hut und klärte die brenzlige Situation. Keine Zeigerumdrehung später legte Estévez, der nach überstandener Verletzung zu seinem ersten Einsatz im Kalenderjahr 2017 kam, im Strafraum ab zu Hölzli, doch auch dessen Schuss verfehlte das Ebersbacher Gehäuse. Mitten in der Drangphase der Gäste erzielten plötzlich die Hausherren den Führungstreffer. Nach einer präzisen Scheuring-Flanke stand Jannik Froschauer im Zentrum strafbar frei und versenkte das Leder mit einem wuchtigen Kopfball. Sechs Minuten später hätte der Unparteiische auf den Punkt zeigen müssen. Benjamin Kern wurde im Strafraum von Thomas Scheuring getroffen und ging zu Boden. Der Unparteiische ließ jedoch weiterspielen. Der FCH ließ sich davon nicht unterkriegen und spielte weiterhin munter nach vorne. In der 34. Minute wurde Kern regelwidrig am Abschluss gehindert. Die Folge war ein Freistoß aus zentraler Position. Benjamin Kern legte sich das Leder selbst zurecht und versenkte es wunderschön über die Mauer hinweg zum verdienten Ausgleich im Tor der Hausherren. Bis zur Pause lieferten sich die Teams einen offenen Schlagabtausch, doch ein Treffer sollte bis dahin nicht mehr fallen. Somit ging es mit dem 1:1-Remis in die Halbzeitpause.

Nachdem der erste Durchgang bereits spektakulär war, rechnete wohl niemand damit, dass die Teams das im zweiten Durchgang nochmals toppen können. Nach 56 gespielten Minuten legte sich der Meister der ruhenden Bälle den zweiten Freistoß in aussichtsreicher Position zurecht. Wieder zirkelte Kern das Spielgerät über die Mauer und erneut schlug der Ball unhaltbar für SVE-Keeper Timo Schurr in der Mauerecke ein. Die Freude währte allerdings nur kurz, denn der Ausgleichstreffer der Hausherren ließ nicht lange auf sich warten. Nur drei Minuten nach der Heininger Führung jubelte wieder der SVE. Jedoch ging dem Treffer ein klares Foulspiel an Kern voraus, bei dem der Unparteiische die Pfeiffe bereits im Mund hatte und sich dann doch nochmals anders entschied. Abramowitz nutzte die Unordnung und setzte den zur Pause eingewechselten Florian Ujupaj mit einem schönen Pass in Szene. Mit viel zu viel Platz im Strafraum konnte sich Ujupaj zum Tor drehen und das Leder in den Torknick setzen. Für die Gäste von der Voralb kam es in der Folge noch schlimmer. In der 66. Spielminute gab es einen Kontakt zwischen Kevin Gromer und Fabian Abramowitz im Heininger Strafraum. Der Unparteiische zeigte nach kurzem Zögern auf den Punkt. Vincenzo Parrinello trat an und verwandelte sicher zur 3:2-Führung, doch auch diese weilte nicht lange, denn Freistoßungeheuer Benni Kern schlug erneut zu. Als Valentin Schlecht auf dem Weg in Richtung Tor gehalten wurde gab es den dritten Freistoß zentral vor dem Tor und man kann es erahnen, auch diesen verwandelte Kern. Dieses Mal schickte er den Keeper in die falsche Ecke und zirkelte den Ball sehenswert ins Torwarteck. Das Momentum lag nun wieder auf Seiten der Gäste und prompt fiel die Heininger Führung. Sieben Minuten vor dem regulären Spielende packte Max Hölzli 25m zentral vor dem Tor den Hammer aus und nagelte den Ball wiederum unhaltbar für Schurr in den linken oberen Torknick. Der SVE brachte für die Schlussoffensive gleich drei frische Kräfte. Dies zahlte sich rasch aus. Die Heininger versuchten den Sieg einzutüten und konzentrierten sich primär auf die Defensive. Das an diesem Tag einfach alles gelang, zeigte Thomas Scheuring in der 88. Spielminute, als er aus ähnlicher Position wie zuvor Max Hölzli einfach mal draufhielt und den Ball zum 4:4-Ausgleich in die Maschen donnerte. In der Nachspielzeit hatte der SVE sogar noch die Riesenchance auf den Siegtreffer, doch Florian Ujupaj setzte den Ball nach gutem Querpass frei vor Felix Lache ein ordentliches Stück am Heininger Kasten vorbei. Somit blieb es beim am Ende leistungsgerechten 4:4-Unentschieden in einem Spiel, welches den Zuschauern das komplette Repertoire des Fußballs bot.

SV Ebersbach/Fils: Schurr, Scheuring, Kraljevic, Gann, Bogdanovic (87. De Rosa), Grünenwald, Froschauer (46. Ujupaj), Parrinello, Abramowitz (85. Kqiraj), Baumgartner (87. Breit), Celiktas

1. FC Heiningen: Lache, Renn, Hölzli, Gromer, Mader, Pérez, Maglio, Estévez (61. Ceküc), Kern, Schlecht, Correa (89. Tskhadadze)

Tore: 1:0 Froschauer (24.), 1:1 Kern (34.), 1:2 Kern (56.), 2:2 Ujupaj (59.), 3:2 Parrinello (66.), 3:3 Kern (72.), 3:4 Hölzli (82.), 4:4 Scheuring (88.)

Schiedsrichter: Tan (Neu-Ulm)

Zuschauer: 150